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Entsteht auf der Geest ein neuer Riesen-Verein?

Die Vorteile des neuen JFV: mehr Spieler , mehr Plätze, mehr „Man-Power“. Foto: Struwe


LANDKREIS. Auf der Geest könnte es ab kommender Saison einen neuen Jugendfußball-Verein geben. Der JFV A/O/H und die Jugendfußball-Abteilungen der SV A/O, des TuS Eiche Bargstedt und TuS Harsefeld als JSG A/O/B/H wollen künftig stärker zusammenarbeiten.

Der Jugendförderverein (JFV) Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen steht für den leistungsorientierten Fußball, die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Ahlerstedt/Ottendorf/Bargstedt/Harsefeld in erster Linie für den Breitensport. Was sie eint: „Beide Vereine sind voneinander getrennt, leisten aber gute Arbeit“, sagt der sportliche Leiter des JFV A/O/H, Klaas Knaack. Warum also nicht zusammenarbeiten?

Dann, so Knaacks Gedanke, wäre die „Durchlässigkeit“ zwischen den einzelnen Mannschaften größer. Dünne Kader ließen sich einfacher mit Spielern aus anderen Teams auffüllen, und weniger Fußballer versauerten auf der Reservebank. Bisher ist es nämlich umständlich: Ein U15-Fußballer zum Beispiel, der mit der JSG A/O/B/H in der Kreisliga spielt, muss den Verein wechseln, wenn er beim JFV A/O/H in der Landesliga zum Einsatz kommen soll.

„Der Leistungsfußball wird durch die angestrebte Zusammenführung noch einmal auf breitere Säulen gestellt“, sagt Knaack. Das sei von Vorteil: Neben besseren sportlichen Infrastrukturen, zum Beispiel mehr Plätzen, gebe es vor allem mehr „Man-Power“ im Verein, so Knaack. „So können wir Aufgaben noch besser steuern und die Schlagzahl deutlich erhöhen.“ Und sportlich könne sich der „große JFV“ besser positionieren gegenüber den anderen Vereinen mit großen Nachwuchsabteilungen aus Stade, Buxtehude, Zeven und Rotenburg. Die einzelnen Vereine des neuen JFV haben insgesamt rund 30 Mannschaft, die zusammengeführt werden müssten.

Gerücht erweist sich als falsch

Dem JFV-Mann ist es wichtig zu betonen, dass es weiter Leistungsfußball geben werde. Denn in den vergangenen Monaten hielt sich das Gerücht, nach dem A/O und Heeslingen zum Saisonende auseinandergingen. Das sei falsch, sagt Knaack. Richtig sei, dass A/O den Kooperationsvertrag habe verändern wollen, um die JSG A/O/B/H in den JFV zu integrieren. Mit dem TuS Heeslingen sei ein „gemeinsamer Konsens“ gefunden worden. „Von einer Trennung war nie die Rede.“

Mit dem neuen JFV werde sich voraussichtlich nicht viel verändern, sagt Knaack. „Die Spielklassen bleiben erhalten und wir haben Planungssicherheit für die kommenden Jahre.“ Die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit seien „im vollen Gange“. Fußballer von der Ballgewöhnung bis zur U19 sollen dann ein Zuhause im JFV finden.

Die Verantwortlichen stehen offenbar hinter dem Plan: „Vorbehaltlich der Mitgliedsversammlungen sind wir auf einem guten Weg, ich bin da optimistisch, eine sehr gute Lösung für alle Seiten zu finden“, sagt der Jugendobmann der JSG A/O/B/H, Thorsten Wahlers. Vorbehaltlich. Zunächst hängt alles davon ab, ob die einzelnen Vereine auf ihren Mitgliederversammlungen im Frühjahr grünes Licht geben. Erst dann, so Wahlers, „können wir in die Vollen gehen.“ Es werde eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt, so Knaack.

Ende der Flaute?

Der Geschäftsführer des TuS Harsefeld, Benjamin Wutzke, ist angetan von der Idee, qualitativ hochwertigen Jugendfußball in der Samtgemeinde anzubieten. Gerade Harsefeld wachse durch Neubaugebiete, und es werde „fleißig“ in die Fußballplätze investiert.

Wutzke hofft, dass viele Spieler zurückkommen, die den TuS Harsefeld zuletzt verlassen haben. Nachdem der Verein und der TSV Apensen im Sommer die Zusammenarbeit im Jugendfußball (JSG Apensen/Harsefeld) beendet hatten, liefen dem TuS Harsefeld die Nachwuchsspieler und einige Trainer davon. Derzeit sind Wutzke zufolge 150 bis 160 Kinder und Jugendliche in der Fußballsparte gemeldet. Er glaubt und hofft, dass der Verein infolge der JFV-Gründung wieder das ursprüngliche Niveau von knapp 300 Fußballern erreichen werde.

Geplant ist, dass es eine hauptamtliche Angestellte im JFV geben werde, so Wutzke. Die Ehrenamtlichen könnten somit entlastet werden. Ansonsten ist noch Vieles offen: Wie groß wird der Verein sein? Wer besetzt welche Position? Und wie wird der Verein heißen? JFV A/O/B/H/H, schlägt Wutzke vor. „Da finden sich alle Vereine wieder.“

Die Modelle: JFV und JSG

Ein Jugendförderverein (JFV) ist ein eigenständiger Verein mit eigenem Vorstand und eigenen Finanzen. Durch Verträge wird die Kooperation der Stammvereine zementiert. Die JFV-Teams dürfen bis in die höchsten Spielklassen der jeweiligen Altersklasse durchstarten, bis auf DFB-Ebene. Es gehe darum, durch die Kooperation der Vereine langfristig leistungsorientierten Jugendfußball anzubieten.

Bei einer Jugendspielgemeinschaft (JSG) können die Partnervereine theoretisch Saison für Saison wechseln. Der DFB sieht die JSG vor allem als „Notgemeinschaft“ für Vereine, die aufgrund weniger Spieler nicht mehr in der Lage sind, Jugendmannschaften zu bilden. Die gemeinsamen Mannschaften nehmen dann am Spielbetrieb teil, das Aufstiegsrecht aber ist eingeschränkt.

Quelle: Stader Tageblatt / von Tim Scholz