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Außenseiter „holt sich das Ding“

A/O/H-Torhüter Noah Lohmann nach einem von zwei gehaltenen Elfmetern. Fotos: Struwe

AHLERSTEDT. Die U 17-Fußballer des JFV A/O/Heeslingen haben den großen Favoriten niedergerungen und sind ins Finale des Niedersachsenpokals eingezogen. Der Niedersachsenligist hat den Bundesligisten VfL Wolfsburg in Ahlerstedt im Elfmeterschießen besiegt.

Als Schiedsrichter Daniel Piotrowski am Mittwochabend das vom Papier her ungleiche Duell abpfeift, stürmt A/O/H-Torhüter Noah Lohmann Richtung Mittelkreis des Auetal-Stadions und schreit seiner Mannschaft entgegen: „Jetzt holen wir das Ding.“ Nach der regulären Spielzeit steht es 1:1 unentschieden, nun steht das Elfmeterschießen an. Der Niedersachsenligist hat nun dieselbe Chance aufs Weiterkommen wie der Bundesligist, derzeit Fünfter in der Tabelle mit sechs Punkten Rückstand auf Hertha BSC und den Hamburger SV.

Der Gastgeber beginnt das Duell vom Punkt. Rudi Krivoscheev tritt an und verschießt schwach. Die Wolfsburger jubeln, wähnen sich im Vorteil. Die A/O/H-Mannschaft tröstet ihren Fehlschützen. A/O/H-Torwart Lohmann nimmt Aufstellung, macht sich breit auf seiner Torlinie. Der Wolfsburger Tomljenovic nimmt Anlauf, schießt unplatziert in die linke Ecke. Lohmann hat das Ding. Er springt auf, ballt die Fäuste und schreit seine Freude raus. Der Außenseiter ist wieder im Geschäft.

Justin Spremberg bringt A/O/H in Front, Wolfsburg gleicht aus. Louis Lauren Helwig bringt A/O/H in Front, und der Wolfsburger Moritz Berg verschießt. Wieder hat Lohmann die Ecke erahnt, wieder ballt er die Fäuste, wieder schreit er „Ja, ja“, drei, vier Mal. Luka-Leon Papke und der Wolfsburger Willi Reincke verwandeln anschließend sicher. Nun kann Luca Pape, derzeit bester Torschütze des Dritten in der Niedersachsenliga, alles klar machen. Trifft er als Letzter der fünf Schützen, steht A/O/H im Finale. Pape zeigt in diesem Moment keine Nerven, er verwandelt rechts oben im Winkel. Es folgt der Jubelsturm. Pape wird von seinen Mitspielern niedergerissen, Torhüter Lohmann wird geherzt und in die Luft gehoben.

Zum zweiten Mal in zwei Jahren im Finale

Die Wolfsburger verschwinden mit hängenden Köpfen sofort in der Kabine. Der Busfahrer lässt kurz darauf schon den Motor warmlaufen. Es ist auch dies, das den Unterschied zwischen dem Jugendförderverein und dem Wolfsburger Nachwuchsleistungszentrum offenbart: Die U 19 des JFV spielt anschließend ebenso gegen Wolfsburg im Halbfinale (siehe Bericht unten). Beide Teams sind zeitversetzt mit eigenen Vereinsbussen angereist.

Der Finaleinzug ist perfekt: A/O/H feiert seinen Torhüter und den Siegtorschützen Luca Pape (links unten). Foto: Struwe

 Es ist innerhalb von zwei Jahren das zweite Mal, dass die U 17 des JFV das Finale des Niedersachsenpokals erreicht. In der Saison 2017/18 schaffte es der JFV allerdings als spielstarker Regionalligist. Nun als Absteiger aus der Regionalliga. Die Spielweise hat sich aber auch unter dem neuen Trainer kaum verändert. Der 23 Jahre alte Tjorben Becker bewarb sich beim JFV, weil sein Vorgänger Yannick Viol zu Werder Bremen wechselte. Zuvor trainierte Becker die U 16 in Buchholz. „Wir wollten noch mutiger spielen als in der Liga“, sagt Becker nach dem „überragenden“ Erfolg. Er sei stolz auf die Jungs. Seine Mannschaft brauchte eine Viertelstunde Anlauf, dann war sie nach der ersten gelungenen Aktion ebenbürtig und setzte die Wolfsburger durch sehr hohes Pressing unter Druck. Emirhan Ünlü traf zur 1:0-Führung (16.) nach perfektem Umschaltspiel. Der Ausgleich fiel nach einem groben Fehlpass (61.). Dann hielt Lohmann mit einer absoluten Glanzparade das Remis fest und A/O/H „holte das Ding“. Lohmann glaubte an den Sieg, wie er freudestrahlend versicherte.

Bilder zum Spiel der U17


U 19 von A/O/H unterliegt Tabellenführer der Bundesliga

AHLERSTEDT. Die U19-Fußballer des JFV A/O/Heeslingen mussten sich im Halbfinale des Niedersachsenpokals dem U19-Bundesligisten VfL Wolfsburg mit 1:6 geschlagen geben. Die Wolfsburger führen die Bundesliga Nord/Nordost nach neun Spieltagen mit 24 Punkten an. „Wir wussten, dass Wolfsburg eine der wohl drei besten A-Jugend-Mannschaften Deutschlands ist“, sagt Trainer Klaas Knaack, „uns war klar, dass wir eine gute Balance finden mussten und haben einige Situationen vorbereitet, in denen wir draufgehen wollten.“ Die Hausherren starteten mutig, ließen wenig zu und hatten mit einem Freistoß aus knapp 20 Metern sogar die erste vielversprechende Torchance der Partie (10.). In der Folge zogen die Gäste ihr Ballbesitzspiel mehr und mehr auf, nach zwei Gegentoren nach Hereingaben aus dem Halbfeld (17./35.) musste der JFV schließlich einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. „Die Flanken müssen wir unterbinden“, haderte Knaack. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang schließlich Tarik Pepic mit einem schönen Fernschuss der Anschlusstreffer.

Auch der Start in den zweiten Durchgang gelang A/O/H zunächst, große Torgefahr strahlte die Knaack-Elf jedoch nicht aus. Mit zunehmender Spieldauer forderte das laufintensive Spiel schließlich ihren Tribut, sodass der Favorit den Vorsprung ausbauen konnte. „Da sind sie dann abgezockt ohne Ende. Nach dem 4:1 war klar, dass das Spiel durch ist. Bis dahin war es aber eine Leistung, auf die man stolz sein kann.“ Für A/O/H stehen in der Niedersachsenliga nun richtungsweisende Aufgaben auf dem Programm – die nächsten Gegner Cloppenburg und Lohne stehen zusammen mit dem JFV unter den ersten Sechs. Knaack: „Die nächsten Wochen werden zeigen, ob wir oben dazugehören.“ (kön)

Bilder zum Spiel der U19

Quelle: Stader Tageblatt