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JFV A/O/H: Große Enttäuschung nach Finalpleite

BARSINGHAUSEN. Die U17-Regionalligist JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen hat ihre großartige Saison nicht krönen können. Im Finale des Niedersachsenpokals unterliegt der JFV dem Ligakonkurrenten VfL Osnabrück mit 2:5. Die Enttäuschung ist groß.
Als der Abpfiff am Donnerstag ertönt im NFV-Stadion in Barsinghausen, sackt JFV-Spieler Phil Sarrasch auf Höhe der Mittellinie in sich zusammen. Die Tränen fließen. Yannick Viol und Maximilian Dahlke, das Trainergespann des JFV, gehen aufs Spielfeld, um ihre Spieler aufzurichten. Dahlke zieht Sarrasch mit aller Kraft hoch und umarmt ihn. Die Tränen fließen weiter.

Während die Mannschaft des VfL Osnabrück herzhaft und überschwänglich in der einen Spielfeldhälfte feiert, versammeln Viol und Dahlke ihre Truppe in der anderen. Viol sagt der Mannschaft, was sie schon weiß: Sie können stolz auf sich sein, er ist stolz auf sie, sie haben eine unglaubliche Saison gespielt, attraktiven Fußball gezeigt. In diesem Moment der Niederlage kann kein noch so wahres Lob über die Enttäuschung hinweghelfen. Auch Viol gesteht ein: „Das ist die bisher bitterste Niederlage für mich als Trainer. Das tut schon weh.“

GALERIE JFV A/O/HEESLINGEN U17 – VFL OSNABRÜCK

 

Die Enttäuschung ist groß. Umso größer, weil sich der JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen berechtigte Chancen ausrechnen durfte auf den Pokalsieg. Der Regionalliga-Aufsteiger hat eine famose Hinrunde gespielt, war lange Zeit Tabellenerster und hat in beiden Ligaspielen den VfL Osnabrück besiegt (1:0 und 3:1). Zudem hat der JFV starke Pokalauftritte hingelegt. Im Viertel- und Halbfinale schaltete die Mannschaft mit viel Leidenschaft die beiden Bundesligisten Hannover 96 und Eintracht Braunschweig aus.

Und so beginnt A/O/H das Pokalfinale selbstbewusst und mit der Selbstverständlichkeit, das Spiel gegen den Ligakonkurrenten bestimmen zu wollen. Der VfL Osnabrück zieht sich in die eigene Hälfte zurück und lauert auf Konter. Das intensive Spiel des JFV ist kräftezehrend, besonders bei nicht ausbleibenden Ballverlusten – und in der prallen Sonne. Der Aufwand wird aber belohnt. In der 33. Minute zirkelt Maximilian Köhnken einen Freistoß in den Osnabrücker Fünfmeterraum. VfL-Torhüter Finn Philipp Popescu schreit „Torwart, Torwart“ und geht mit ausgestreckten Armen hoch. Jan Friesen springt vor seiner Nase ebenso hoch, ohne ihn zu bedrängen. Popescu lässt den Ball fallen und Leon Arizanov steht goldrichtig und schiebt ein. 1:0-Führung für den JFV. Mit dieser geht A/OH nach 40 Minuten in die Pause. Und mit einem guten Gefühl. „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt und das Spiel dominiert“, sagt Viol.

Osnabrück presst frühDer VfL Osnabrück reagiert und wechselt zur zweiten Halbzeit Tom Bertelsmann und Elario Ghassan ein. Zudem agiert der VfL nicht mehr abwartend und geht früh ins Pressing. Die Osnabrücker zwingen A/O/H, dessen Credo es ist, von hinten heraus das Spiel aufzuziehen, schon an der Strafraumgrenze zu Fehlern. Nach nur zwei Minuten gleicht der eingewechselte Ghassan zum 1:1 aus. Wieder nur drei Minuten später trifft der andere, Bertelsmann, zum 2:1. Der VfL ist obenauf. Der JFV läuft hinterher. So auch Max Friesen, als er VfL-Spieler Henrik Berentzen im Strafraum foult. Georges Artur Baya Baya verwandelt sicher zum 3:1 (56.). Wieder nur drei Minuten später erhöht Bertelsmann auf 4:1. Der JFV A/O/H ist geschlagen. Daran ändert auch der Sonntagsschuss von Maximilian Köhnken zum 2:4 (68.) nichts mehr.

„Uns fehlte in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit die Frische. Wir haben zu leichte, individuelle Fehler gemacht, und so etwas bestraft eine Topmannschaft wie Osnabrück halt eiskalt“, sagt Viol. Osnabrück sei zudem viel breiter aufgestellt und könne von der Bank immer noch Topleute nachlegen. Das bestätigt auch VfL-Trainer Oliver Kind: „Meine Mannschaft hat eine Riesenmoral bewiesen und in den zweiten 40 Minuten unheimlichen Druck gemacht. Die Jungs haben eine beachtliche Qualität und ermöglichen es mir, zu rotieren. Das hat sich heute ausgezahlt.“

Für den VfL Osnabrück ist es der vierte Titelgewinn nach 1985, 2010 und 2015. A/O/H bleibt der Trost, es erstmals ins Finale geschafft zu haben. Die Enttäuschung ist dennoch groß.